Italianova, Ischia, Abano, Hotel & Kurspezialist
Ischia Blog

Ischiablog

Mittwoch, 13. Mai 2009 - 18:19 Uhr
Ischia, Forio

Im Westen der Insel gelegen und gesegnet mit dem längsten Küstenstreifen befindet sich Forio, das sich von Punta Cornacchia im Norden bis Capo Negro im Süden erstreckt, an einem der sonnensichersten Plätzen der Insel.

Dank seiner landschaftlichen Reize und der ausgedehnten Stränden ist Forio gerade bei deutschen Reisegästen, ein beliebter Urlaubsort. Umgeben vom mächtigen Epomeo-Massiv, an dessen Hängen ein wunderbarer Wein gedeiht, bildet der Berg eine imposante Kulisse im Hinterland, welche sich schützend über den Ort erhebt. Eine Besonderheit sind zweifelsfrei die in den Tuff gegrabenen Höhlen, die schon jeher den Weinbauern als Lagerstätten und natürliche Weinkeller dienten. Der fruchtbare Boden und die geniale Lage des Ortes ermöglichen eine Sonneneinstrahlung,, die vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang reicht und somit ein entscheidendes Plus für üppige Ernten darstellt. Nicht umsonst kommt eine der ältesten Familien von Weinbauern aus Forio und es besteht die Vermutung, dass bereits zu Zeiten der Römer die Fruchtbarkeit der Region aufgefallen war und mit „ferax“ (Fruchtbar) bezeichnet wurde. Unbestimmt ist jedoch, ob sich der Name Forio hieraus gebildet hat. Bezeichnend für den Ort sind überdies die reizvollen Küstengestade, die sich mit kleinen Buchten, Sandstränden und Felsvorsprüngen abwechseln.

Hinsichtlich Aufwand und Verwaltung ist Forio die größte Gemeinde, denn nicht weniger als 16 Ortsteile und kleiner Ortschaften zählen zum Verwaltungsbezirk. Forio und seine reizvolle Altstadt, die auf einem Plateau oberhalb des kleinen Hafens ruht, war ursprünglich kein touristischer Ort, denn dieser entwickelt sich erst als das romantische Städtchen von Künstlern und Intellektuellen, als Oase der Ruhe und Erholung entdeckt wurde. Zweifelsfrei führt dieses in den vergangenen Jahren zu vermehrter Bautätigkeit wobei die Gemeinde den schmalen Grad zwischen Erhalt des mediterranen Flairs und unansehnlicher Hotelkomplexe, bestens gemeistert hat. Dem interessierten Betrachter erschließt sich Forio als eine Symbiose aus orientalischer und süditalienischer Baukunst, deren Krönung die bunte Farbtupfer in schillernden Pastelltönen bei gleichzeitiger Abgrenzung mit gestrengem Weiß darstellen.

Das abendliche Leben in Forio wird bestimmt vom bunten Treiben rund um den Hafen und erstreckt sich anschließend über den Corso Umberto, welcher mit zahlreiche Cafes, Restaurants und Geschäften zum Verweilen einlädt.

Auf einem Rundgang durch Forio bleibt dem Besucher nicht verborgen, dass die Einwohner Forios durchaus als strenggläubige Insulaner zu bezeichnen sind, denn nicht weniger als 17 Kirchen prägen das Bild der Kommune. Die berühmteste Kirche ist zweifelsfrei die Wallfahrtskirche der Fischer (Madonna del Soccorso), die sich hoch und einem Bollwerk gleich über dem Meer erhebt. Die ungewöhnliche Form, die eher an eine Moschee erinnert sowie das Kuppeldach mit den seitlichen Türmchen, machen die Soccorso-Kirche zu einem besonderen Objekt. Ein erstaunliches Phänomen ist zweifelsfrei der grüne Lichtstrahl, der an klaren Sommertagen, bevor die Sonne hinter der Kirche im Meer versinkt, von der Sonne ausgesendet wird.

Ein weiteres Symbol des Ortes ist Il Torrione, einer von 13 Wehrtürmen, die zum Schutz gegen einfallende Piraten gebaut wurden. Im Verlauf der Zeit diente der Turm als Kerker und wird in heutiger Zeit als Museum genutzt.

Hauptattraktion von Forio ist jedoch die Region um den Spiaggia di Citara, dem flach ins Meer abfallenden Badestrand. Zahlreiche Bagnos (Strandbäder) erwarten die Besucher und es werden nebst gepflegtem und gesäubertem Strand Liegestühle, Liegebetten und Sonnenschirme angeboten. Abgerundet wird dieser Service mit gekühlten Getränken und italienischen Snacks.

Ultimativen Badespaß und medizinisch -therapeutische Erholung verspricht der Poseidongarten, der größte Thermalpark der Insel. Auf einem wunderbaren Areal mit eigenem Meerzugang und Sandstrand bietet sich eine Vielzahl von Badebecken dem Besucher, der nunmehr die Qual der Wahl hat, wo und an welchem Badebecken er seinen Liegeplatz aufschlagen möchte. Schattenspendende Bäume und mit tropischen Pflanzen überwachsenen Pergolen, laden zum Verweilen ein. Im oberen Bereich des Park bieten sich ruhige und verschwiegenen Stellen sowie eine Natursauna, die sich in einer Grotte des Tuffsteinfelsens befindet. Das leibliche Wohl findet seine Erfüllung mit einem hervorragenden Restaurant, welches trotz der Bewirtung von zahlreichen Besuchern, mit italienischen Leckerbissen verwöhnt. Gäste, die den Poseidon-Garten zur Kurbehandlung aufsuchen finden hier eine hervorragende Kurabteilung, die nahezu alle Anwendungsmöglichkeiten der offenen Badekur bietet.

Wanderfreunde kommen auch in Forio auf ihre Kosten, denn zahlreiche interessante und historische Stellen gilt es zu besuchen. Im Nordwesten der Insel , quasi als Verlängerung des San Franceso Strandes, schlängelt sich ein romantischer Weg entlang des Zaro-Massiv. Durch üppige Pinienwälder gelangt der Besucher zur Punta Caruso wobei geübte Wanderer ihre Wanderung ausdehnen können und über einen weiteren Weg direkt zur Bucht von San Montano oder nach Lacco Ameno gelangen.

Weitere Wanderziele sind der Ort Fango, den Sie von Monterone (Ortsteil in Forio) über die Strada Borbonica erreichen können. Santa Maria del Monte, eine Einsiedelei an den Hängen des Monte Nuovo, zählt ebenso zu den beliebten Zielen wie der Wald von Falanga (Kastanienwald), der sich entlang eines alten Hirtenweges an San Maria del Monte anschließt und sich über die Nordhänge des Monte Epomeo erstreckt.

Mittwoch, 13. Mai 2009 - 18:17 Uhr
Ischia, Lacco Ameno

Die kleinste der ischitanischen Gemeinden und gleichzeitig die, die ihren mondänen Touch pflegt ist zweifelsfrei Lacco Ameno, im Nordwesten der Insel gelegen. Der kleine Ort mit seiner schönen Einkaufsstraße die unmittelbar am Meer gelegen ist und seinen zahlreichen, wie aus einem Füllhorn gegossenen und verteilten Häusern, hat gegen 1863 den Namenszusatz Ameno bekommen, der abgeleitet vom lateinischem amoenus, lieblich bedeutet.

Einen treffenderen Zusatz konnte der Ort nicht erhalten, denn tatsächlich präsentiert sich Lacco Ameno dem Besucher als lieblicher und romantischer Fischerhafen, der Dank seiner hervorragenden Hotels und exponierten Lage, kein anderes Attribut verdient. Lacco Ameno gehört eher zu den jungen Gemeinden der Insel und hatte bereits im 19.Jahrhundert einen regen Bade- und Kurtourismus zu verzeichnen. Die schöne Lage, exklusive Hotels, teure Geschäfte und renommierte Kureinrichtungen sorgten schon immer für eine eloquentes Klientel, welches diesen Ort mit Freude besucht.

Zweifelsfrei verdient die historische Bedeutung von Lacco Ameno besondere Beachtung, denn die Ausgrabung auf dem Monte Vico und der näheren Umgebung haben eindeutige Zeugnisse einer frühen, griechischen Besiedelung (um 770 v.Chr.) zu Tage gefördert. Von besonderem Interesse sind die Grabungen am Fuß des Mezzavia-Hügels, welche ein frühes Industrie- und Metallverarbeitungszentrum zum Vorschein brachte. Das Highlight der Ausgrabungen war sicherlich die Nekropole im Tal von San Montano, welche zahlreiche antike Grabbeigaben zum Vorschein brachte. Die wertvollen Fundstücke sicherten den Beweis, dass bereits frühe Kolonialisten weitreichende Handelsbeziehungen im Mittelmeer und bis in den vorderen Orient, unterhielten.

Ein besonderer Treffpunkt in Lacco Ameno ist die Piazza Santa Restituta, die sich am Ende des Zentrums befindet. Der kreisrunde Platz ist umgeben von bedeutungsvollen Häusern und Gebäuden, zu welchen die gleichnamige Kirche zählt. Die Kirche, die einer afrikanischen Martyrerin geweiht ist, wurde beim großen Erdbeben von 1883 nahezu zerstört und es folgte ein anschließender Neuaufbau. Zwölf Kapellen und ein Hauptaltar aus buntem Marmor sowie die großen Gemälde an den Wänden (Darstellung des Leidensweg der St.Restituta) sind Grund genug, dieser heiligen Stätte einen Besuch abzustatten.

Mittwoch, 13. Mai 2009 - 18:17 Uhr
Ischia Casamicciola

Entlang der Nordküste und nur wenige Fahrminuten mit Micro-Taxi oder Linienbus von Porto entfernt liegt die Gemeinde Casamiccioa Terme, deren Geschichte und heilsame Quellen den Nimbus der Insel, als ideales Zentrum für Kur- und Heilbehandlungen mittels Balneotherapie, begründet hat. Umgeben von waldreichen Hügeln und eingebettet in eine immergrüne Oase, präsentiert sich Casamicciola seinen Besuchern mit mediterranem, tropischem Flair.

Casamicciola Terme ist der einzige Ort der Insel, der den Zusatz Terme (das dem hiesiegen Bad wie in Bad Reichenhall entspricht) bedingt durch seine besonderes heilsame Quellen, tragen darf. Casamicciola verfügt über 5 Ortsteile wovon Perrone und Marina unmittelbar an der Küste sowie Bagni, Grande Sentinella und Maio oberhalb des eigentlichen Ortes, an den Hängen des Monte Epomeo, angesiedelt sind. Umrahmt von den mit dichten Wäldern besetzten Erhebungen Monte Rotaro und Fondo D'Oglio präsentiert sich Casamiccola selbst im Hochsommer, als grüne Oase der Ruhe und Erholung.

Unzweifelhaft ist die Tatsache, daß Casamicciola hinsichtlich der Anwendung von Luft- und Badeheilkuren, auf die längste Tradition aller ischitanischen Gemeinden, zurückblicken kann. Insofern besitzt Casamicciola mit der Terme Bagni eines der ältesten Kulturteinrichtungen, welches von der Gurgitello-Quelle gespeist wird. Weitere bemerkenswerte Quellen sind die Terme Rita sowie die Elisabetta Terme, die beachtlich Erfolge hinsichtlich der Behandlung von Erkrankten, aufweisen können. Einer der Gründe warum Casamicciola als einer der beliebtesten Kurorte gilt ist sicherlich der Umstand, daß bereits frühzeitig von den dortigen Wirtsleuten erkannt wurde, daß in einem gesunden Körper ein gesunder Geist ruht und die geistigen Freuden durch Unterhaltung und Geselligkeit, gef ördert werden. Somit wurde der Kuraufenthaltnicht nur aus gesundheitlichen Aspekten, sondern auch aus Gründen gesellschaftlicher Ereignisse, gepflegt.

Die Segnungen des besonderen Heilwasseres in Casamicciola sind mit der Verdammnis des Vulkanismus verbunden, denn im Jahre 1883 ereignete sich ein verherrendes Erdbeben auf Ischia, welches sein Zentrum in der Region um Casamicciola hatte und rund 1800 Tote waren die Folge. Allerdings ist nachträglich anzunehmen, daß die Ischitaner die Zeichen der Natur eindeutig unterschätzt hatten, denn bereits in den Jahren 1881 und 1882 gab es drohende Vorwarnungen die 1882 sogar dazu führten, daß sich das Meer massiv zurückzog und die Brunnen der Insel austrockneten.

Der erneute Wiederaufbau des Ortes erfolgte unter strengen Kontrollen, denn es war offensichtlich, daß die damalige Bausubstanz und Art der Verbauung, keinen wirksamen Schutz gegen Erdbeben bot. Insofern gelten für Casamicciola besondere Bauverordnungen, die bis heute Gültigkeit haben. Zusätzlich wurde in Grande Sentinella das eine gephysikalische Station (Geofisico) eingerichtet, die weltweite, seimsmologische Bewegungen registriert. Derzeit besteht Uneinigkeit wem das Institut gehört und es ist nach aufendigen Renovierungsmaßnahmen ein Streit zwischend er italienischen Regierung und den Ischitanern entstanden, wer über die weitere Verwendung der Anlage, zu verfügen hat.

Ein berühmter Besucher Casamicciolas war der norwegische Dichter Ibsen, der auf Ischia sein Theaterstück "Peer Gynt" bearbeitete. Vielleicht hat Ibsen bereits damals die lange Mole des Hafens genossen, der zum damaligen Zeitpunkt eine völlig andere Konstruktion, aufwies. Wenn Sie heute der Mole in nördlicher Richtung folgen kommen Sie unweigerlich zur Töpferei der Gebrüder Menella, die traditionsreiche Töpferwaren herstellen. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie bei den Fratelli Menella vorbei und mit etwas Glück erleben Sie die junge und kleine Generation der Menellas, wie sie in die Fußstapfen ihrer Väter und Großväter treten.

Wie alle Italiener sind auch die Einwohner von Casamicciola dem Christentum, der Kirche und besonders dem jeweiligen Pfarrer, verbunden. Weitgehende Renovierungsarbeiten haben aus der Kirche St.Maria Maddalena ein Schuckstück gemacht, in welchem gelegentliche Musikdarbietungen stattfinden. Zusätzlich ist die Kirche Madonna del Buon Consiglio (unmittelbare Hafennähe) zu erwähnen.

Für den wanderfreudigen Reisenden bietet sich Casamicciola als idealer Ausgangspunkt an. Über die Straße der Borbonen führt der Weg via Maio und Fango, entlang der bewaldetetn Hänge des Epomeo nach Monterone und Forio. Kein kurzer Spaziergang, doch mangels besonderer Steigungen eine schöne Wanderung, die mit unzähligen Panoramblicken über Casamicciola, Lacco Ameno und Forio, den Wanderer erfreut. Etwas aufwändiger und anstengender ist der Rundweg des Monte Rotaro bzw. Fondo d'Oglio, der von unberühter Vegetation und herrlicher Bewaldung umgeben ist. Für den etwas bequemeren Gast empfiehlt sich mittels Micro-Taxi oder Bus die erste Steigung, bis zum eigentlichen Aufstieg zum Monte Rotaro, zu bewerkstelligen.

Ebenso reizvoll un nicht weniger anstrengend ist der Weg von Casamicciola nach Fiaiano, der entlang einer kleinen Straße durch herrlichen Mischwald führt. Von hier ergeben sich spektakuläre Ausblicke und Fotomotive, wie Sie kaum weitere finden werden. Mangels Buslinie in dieser Region ist dieser Rundgang etwas für gestandene Wanderer, denn Sie erreichen die SS270 (Hauptstrasse) und somit die Buslinie, erst kurz vor Porto.




Mittwoch, 13. Mai 2009 - 18:16 Uhr
Ischia Porto

Sobald Sie in den Hafen von Ischia-Stadt mittels Fähre oder Schnellboot einfahren befinden Sie sich im ehemaligen Lago del Bagno, einem kleinen Kratersee der seinerzeit von Ferdinand II. von Neapel (1854) zum Meer geöffnet wurde. Zweifelsfrei ist der Hafen von Ischia-Stadt im Ortsteil Porto einer der schönsten Naturhäfen der Welt und unmittelbar nach der Einfahrt werden Sie vom lebhaften und bisweilen quirrligem Treiben der Ischitaner eigefangen.

Kurioses und Erstaunliches vermischt sich mit den ersten Eindrücken und Gerüchen, die Sie von Ischia aufnehmen. Pittoreske Häuser in schönsten Pastellfarben gestrichen, antike Bauten und arabisch anmutende Gebäude recken sich den Blicken der "Neuen", entgegen. Kaum das Sie Ihre Schiff verlassen haben werden Ihnen als Transportmittel sogenannte Micro-Taxen angeboten, die offensichtlich ob ihres Alters, an die gute alte Zeit erinnern. Dennoch sollte Sie sich nicht um einen Spaß berauben und an einem Tag Ihres Aufenthalt, ein solches Gefährt besteigen.

Einen ersten Ausflugstipp für Ihren Aufenthalt sollten Sie bereits jetzt mit einem kurzen Blick in Augenschein nehmen, denn die rechte Seite des Hafens ist mit zahlreichen Lokalen und Kneipen versehen. Besuchen Sie an einem Abend die Rive Droite und gesellen Sie sich in den Kreis der vergnüglich speisenden Gäste. Besuchen Sie vielleicht das Lokal Mezzanotte und genießen Sie Speisen perfekter ischitanischer Kochkunst.

Unmittelbar rechts von der Rive Droite und vorbei am Ischia Thermalcenter erreichen Sie nach wenigen Metern die Via Corso Vittoria Colonna, die mit zahlreichen Geschäften, Boutiquen, Restaurants sowie Bars zum verweilen einlädt. Anspruchsvolle Kleidung namhafter Designer ist ebenso wie günstige Mode mit italienischem Chic zu erwerben. Handwerkskunst und Artikel des täglichen Gebrauch können Sie, wie auch heimische Zeitungen (1 Tag Verspätung), jederzeit bekommen. Für Freunde neapolitanischer Sangeskunst befindet sich etwa in der Mitte des Corso Colonna der Orangengarten, der nebst ischitanischen Speisen stets ein Sängertrifolium im Haus hat. Von Volare bis O Sole Mio werden die Besucher auf das Beste unterhalten. Die Verlängerung des Corso Colonna führt vorbei an der barocken Fassade der Petruskirche und hinauf zur Piazetta S.Gerolamo, wo Sie am Abend eine Pferdekutsche besteigen und zur romantischen Stadtrundfahrt aufbrechen können.

Folgen Sie dem Corso Colonna weiter in Richtung Ponte und Sie werden, kurz bevor Sie den Strand der Pescatori erreichen (auf der linken Seite), das Restaurant "O sole mio" entdecken welches nebst einer Auswahl von schmackhaften Vorspeisen und Hauptgerichten eine hervorragende (nur am Abend) Pizza bietet. Vielleicht haben Sie Glück und Nicola Pantalone hat seine Musikinstrumente aufgebaut oder eine italienische Familie feiert ein Fest in diesem von Italienern sehr begehrtem Lokal. Garantiert sitzen Sie inmitten einer Gruppe neapolitanischer Heldentenöre, die einen unvergesslichen Abend bereiten.

Wenige Gehminuten weiter endet der Corso Colonna und Sie haben zwischenzeitlich den Ortsteil Ponte erreicht. Hier am Strand der Fischer (Pescatori) haben Sie einen wunderbaren Blick auf das Castello Aragonese, welches auf einem mächtigen Felsen ruht. Um in den pittoresken Ortsteil Ponte zu gelangen führt Sie Ihr Weg hinauf zur Hauptverkehrsader von Ischia, an welcher Sie nach links in den Ort abbiegen. Eines der markantesten Zeichen von Ponte sind die schweren Granitblöcke, die in die Straße eingelassen wurden und seit ewigen Zeiten dort liegen. Entlang der Hauptstraße finden sich zahlreiche Geschäfte und Lokale, die zum verweilen einladen. Im Herzen von Ponte befindet sich außerdem das Atelier des Malers Mario Mazella, ein Künstler von internationalem Ruf. Seine Bilder spiegeln das stille Leben Ischias, in all seiner Farbenvielfalt wieder. Besonders reizvoll an Ponte ist zweifelsfrei die erhaltene Bausubstanz und der eigenwillige Baustil, der dem Ort eine besondere Note verleiht. Die ehemalige Fischersiedlung mit ihren verwitterten Häusern, die engen und winkeligen Gassen, dem bröckelndem Putz und der blätternden Farbe, die Tag und Nacht der salzhaltigen Seeluft ausgesetzt ist, bilden eine ureigene Komposition italienischen Flairs. Geschmückt mit der unaufhörlich blühender Bouganville, Zitronen, Hibiskus und Oleander ergibt sich ein vollkommener Bilderrausch aus Formen und Farben, der nur durch die zuckende Lichtwerbung der Geschäfte unterbrochen wird. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die malerischen Gassen durchstreifen und es den Eindruck hat, daß eine Regenwolke über Ihnen abregnet, denn gewöhnlich handelt es sich um frische Wäsche die von den Waschfrauen quer über die Straße gehangen wird. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist jedoch das Castello Aragonese, welches sich am Ortsende von Ponte im Meer erhebt. Direkt zu Füßen des Castellos befindet sich vor der Brücke (daher kommt der Name Ponte) die zum Castello führt die Anlegestelle der Fischer, die dort täglich ihren frischen Fang anliefern. Ein Schauspiel von besonderer Bedeutung, denn nebst interessierter Kundschaft finden sich vierbeinige oder geflügelte "Mitesser" ein, die auf einen abfallenden Happen warten.

Untrennbar mit der bewegenden Geschichte Ischia ist das Castello Aragonese verbunden welches seinerzeit von Hieron dem Tyrannen von Syrakus, im Jahre 474 v.Chr. nach der Eroberung der Insel, errichtet wurde. Zunächst war der 112 m hohe Basaltfelsen nicht mit Ischia verbunden, die entsprechende Brücke wurde von Alfonso v. Aragonien errichtet. Wesentlich später erst, etwa um 1878 wurde der bis dahin aufgeschüttete Weg gepflastert und mit einem Steindamm versehen. Die Herrschaft der Syrakuser war nicht von langer Dauer und die bis dahin schützende Festungsanlage verlor an Bedeutung und verkam. Dennoch leistete die Ruine den Ischitaner hilfreiche Dienste, denn Ischia wurde im frühen Mittelalter häufig von Sarazenen heimgesucht und die Reste der Festung diente den Einheimischen, zum Schutz vor den einfallenden Horden. Erst nach der Übernahme durch Alfonso v. Aragonien wurde die Festung erweitert und ausgebaut und nach kurzer Zeit entstand eine kleine Stadt, die bis zu 5000 Menschen beherbergen konnte. Nebst Kirchen wurde eine Kathedrale sowie Werkstätten und Wohnhäuser errichtet und dem "Boom" des Felsen folgten in seiner Blütezeit, religiöse und geistige Führer. Es war die Zeit der Dichterin Vittoria Colonna, die 1509 den spanischen Burgherren und Stadthalter Ferrante d'Avalos heiratete und bis 1537 auf dem Castello lebte. In dieser Zeit war das Castello gesellschaftlicher Mittelpunkt und zahlreiche Gelehrte und berühmte Künstler versammelten sich dort. Morbide waren die Bräuche die innerhalb des Klarissenklosters herrschten, welches sich ebenfalls auf dem Castello befindet. Verstarb eine der Ordensschwestern so wurde sie in eine Art Krypta gebracht in welchem zahlreiche, steinernen Stühle standen. Innerhalb der Stühle war ein Auffanggefäß eingebracht und die Verstorbene saß nunmehr, im Kreis ihrer restlichen jedoch lebenden Betschwestern, auf einem solchen, steinernem Stuhl. Ein Akt der tiefen Religiösität des damaligen Ordens, denn bis zum endgültigen Verfall des toten Körpers verblieb die Leiche im Kreis ihrer Schwestern und lediglich die Gebeine wurden begraben. Noch heute ist die besagte Krypta zu besichtigen und auch die steinernen Stühle sind erhalten.

Zum Ende des 17.Jh. begann der Niedergang der stolzen Festung und selbst der Bischofssitz wurde knapp 100 Jahre später, nach Ponte verlegt. Im Verlauf der Napoleonischen Kriege (1809) wurde der Festung durch die englische Flotte große Schäden zugefügt und im Jahr 1810 erfolgte die Auflösung des Klarissenkloster durch Murat (Schwager von Napoleon), König von Neapel.

Heute befindet sich das Castello im Besitz der Familie Mattera, die damit vielleicht das ausgefallenste Hotel von Ischia und eines der schönsten Ausflugslokale (Il Terrazzo) besitzt.

Entlang des Meeres führt der Weg aus Ponte direkt in Richtung Cartaromana, der wohl schönsten Bucht der Insel. Entlang eines Sarazenenturms und vorbei am Hotel Parco Cartaromana, gelangen Sie kurz vor Ende der Bucht zum kleinsten Thermalpark der Insel, dem Garten Eden. Für Freunde guten Essens empfehlen wir einen Besuch dieses Parks, denn hier können Sie garantiert meeresfrische Langusten, die vom Besitzer der Anlage im Meer gehalten werden, genießen. Nebst einem hervorragendem Blick auf das Castello Aragonese sehen Sie vom Garten Eden bis nach Capri, dem berühmten Kreidefelsen vor der sorrentinischen Halbinsel. Am Ende der Bucht gelangen Sie zu einem kleinen und meist einsamen Sandstrand, der durchweg von Gästen der Hotels Giardino delle Ninfe und Delfini besucht wird. Von besonderer Bedeutung ist die Bucht von Cartaromana Ende Juli eines jeden Jahres, wenn zu Ehren der heiligen Anna das St.Anna-Fest stattfindet. Tausende von Besuchern ergießen sich per Pedes oder mittels Boote in die Bucht um den traditionellem Umzug, der auf kunstvollen Flößen auf dem Meer abgehalten wird, anzuschauen. Krönender Abschluß dieser Veranstaltung ist ein wunderbares Feuerwerk, welches gegen Mitternacht die Bucht und das Castello in gleißendes, rotes Licht taucht. Sollten Sie Ende Juli auf der Insel verweilen so erkundigen Sie sich nach einem Bootsplatz (Ticket meist inklusive Gratiswein) und erleben Sie das St.Anna-Fest vom Meer.


Ebenso interessant wie durchaus chaotisch ist der Weg zurück nach Porto, welcher über die Hauptverkehrsader der Insel zur Piazza degli Eroi, einem markanten Verkehrsknotenpunkt führt. Sollten Sie hier am Abend vorbeikommen wundern Sie sich nicht über die zahlreichen Menschen die sich hier versammeln, denn Sie sind in unmittelbarer Nähe zur Bar Calise, dem Tortentempel Ischias. Inmitten eines tropischen Gartens, teils umgeben von Wasserspielen und einem hoch über den Besuchern thronendem Pianisten, befindet sich das ischitanische Zentrum für Süßspeisen und Longdrinks. Lustwandeln Sie entlang der Theke und betrachten Sie die kunstvollen Kuchenkreationen und endlosen Eisvariationen. Kaufen Sie sich einen süßen Fungho (ital. = Pilz) und knabbern Sie an einem weiteren Wahrzeichen (Sie erinnern sich an den Titanen?) der Insel. Entspannen Sie im Garten der Bar Calise, genehmigen Sie sich einen der Longdrinks und lauschen Sie dem Pianisten und Sie werden umgehend feststellen, was "la dolce vita" bedeutet.

Sofern Sie am Abend keine Zeit für den Besuch der Calise haben können Sie diesen natürlich auch am Nachmittag erledigen und zusätzlich einen Zwischenstopp im Parco Publico, der in unmittelbarer Nähe zur Calise liegt, einlegen. Zahlreiche Tiere (vornehmlich Vögel) sind in kleinen Gehegen und Volieren entlang der schönen Wege untergebracht. Eine Besonderheit des Parks ist zweifelsfrei die erstarrte Lava, die dort allgegenwärtig ist und ein beeindruckendes Zeugnis des Verlauf der todbringenden Masse aufzeigt, die von Inselvulkanen bei den letzten großen Eruptionen ausgespuckt wurden. Im weiteren Verlauf der Straße gelangen Sie zurück zum Hafen, dem pulsierendem Herzschlag der Insel.

Mittwoch, 13. Mai 2009 - 18:14 Uhr
Ischia, Ursprung

Ischia, die größte Insel im Golf von Neapel kann ohne Zweifel als Verlängerung der Phlegräischen Felder angesehen werden, die sich als vulkanisches Hügelland westlich von Neapel erstrecken. Hierbei handelt es sich um eine Region, die sich durch einen relativen Vulkanismus auszeichnet. Heiße Gase, die sogenannten Solfataren (ital. Solfa = Schwefel) und Fumarolen (ital. Fumo = Rauch) sind eindeutige Zeichen für vulkanische Aktivitäten. Ein weiteres Zeichen dieser nutzbringenden Eigenschaften sind heiße Quellen, die in großer Zahl (über 100) auf Ischia vorkommen und durchweg zur Balneologie (Heilquellenkunde) eingesetzt werden.

Die ersten Anzeichen menschlicher Besiedelung lassen sich auf einen Zeitraum um 3500 v.Chr., zu Zeiten der mittleren Jungsteinzeit und Eisenzeit zurückführen. Die Bronzezeit, etwa um 1800 v.Chr. verweist auf Siedlungen im Gebiet von Lacco Ameno und Castiglione. Mykenische Kulturreste aus einem Zeitraum um 1330 v.Chr. deuten auf einen Handeln zwischen den frühen "Ischitanern" und Mykenern hin wobei entscheidenden Einfluß die Griechen nahmen, die etwa ab 775 v.Chr. mit der Kolonialisierung der Insel begannen. Es wurde die Siedlung Pithecusa nordwestlich von Lacco Ameno gegründet und nebst der Kolonie wurde in diesem frühen Zeitraum die Insel so benannt. Dank seines reichen Tonvorkommens entwickelte Pithecusa umfangreiche Handelsbeziehungen zu den Volksstämmen des Festlandes. Zusätzlich begann eine Metallverarbeitung, vermutlich durch Euböer eingeführt, die zur damaligen Zeit Rang und Namen hatte. Nebst Waffen und Gegenstände des täglichen Bedarfs wurde (vermutlich) Schmuck aus Edelmetallen erstellt. Pithecusa entwickelt sich zu einem der Warenumschlagplatz der Antike, denn nebst den eigenen Produkten wurden Waren aus verschiedenen Bereichen des Mittelmeers wie z.B. aus Korinth, Athen, Rhodos u.a. gehandelt. Ein besonder Fund ist der berühmte Nestorbecher, der auf das Jahr 730 v.Chr. datiert und die älteste bekannte Niederschrift homerischer Dichtung graviert hat.

Einige Jahre nach der Gründung von Pithecusa dehnten sich die Griechen in Richtung Festland aus und gründeten die Siedlung Cumae, die lange als frühste grieschiche Kolonie in Italien galt. Durch die Bedeutung von Cumae und die Erschließung des Hinterland verliert im Lauf der Zeit Pithecusa an Bedeutung und die Position von Cumae wird gestärkt. Im 5.Jh.v.Chr. wurde die Kolonie Neapolis (grie. = Neue Stadt) gegründet, die jedoch zunächst keinen sonderlichen Einfluß auf die Entwicklung Cumaes hatte. Dank seiner Stärke war Cumae plotzlich im Interesse von beutegreifenden Etruskern die jedoch unter Mithilfe der Syrakusern zurückgeschlagen wurde. Als Dank der Cumaer wurde Pithecusa, Hiereon von Syrakus übereignet. Allerdings ist der Aufenthalt der Syrakuser, obwohl sie (vermutlich) die erste Befestigungsanlage auf dem heutigen Castello Aragonese errichtet haben, nur von kurzer Dauer.

In der Zeit um 420v.Chr. eroberte der italienische Volksstamm der Samniten die Stadt Cumae was zu einer Flucht zahlreicher Einwohner nach Pithecusa führte, die dort neue Siedlungen errichteten. Zu diesem Zeitpunkt geht das heutige Ischia in den Besitz von Neapel über. Gegen Ende des 2.Jh.v.Chr. ist der Name Pithecusa verschwunden was möglicherweise mit römischen Truppen oder massiven Erdbeben einhergeht. Eine plausible Erklärung für dieses Phänomen ist der Wissenschaft bisher nicht bekannt. Phitecusa erhält den Namen Aenaria und ist unter diesem für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum bekannt. Möglicherweise sind es Erdbeben, daß auch Aenaria aus den Geschichtsbüchern verschwindet. Mit der Eroberung Neapels (82v.Chr.) geht Aenaria in den Besitz des römischen Reiches über, was jedoch um 6 n.Chr. durch den Inseltausch (Capri gegen Ischia) von Kaiser Augustus, rückgängig gemacht wurde.

Die nächsten Jahrhunderte verliefen für Ischia, obwohl es im Besitz von Neapel war, durchaus wechselhaft und es ergaben sich zahlreiche Angriffe und Übergriffe von Sarazenen. Um 1137 werden Neapel und Ischia dem Normannenreich in Unteritalien zugeschlagen und Ischia erhält den Namen Isula major, der sich später nach Iscla wandelte und abschließend zu Ischia wurde. Einen großer Nachteil von Ischia war sicherlich seine strategische Bedeutung was ursächlich mit dem Kampf um Unteritalien einherging, der von Staufer, Anjou und Aragoner geführt wurde. Alfonso von Aragon bringt 1438 das vorgelagerte Castello in seine Hand und Dank umfangreicher Aus- Um- und Erweiterungsbauten erhält das Castello sein heutiges Aussehen. Zusätzlich wird ein Damm errichtet, der nunmehr Ischia mit dem Castello verbindet. Im 16.Jhr. sind Ischia und die Nachbarinsel Procida erneuten Angriffen, diesmal von arabischen Seeräubern, ausgesetzt und im Zuge dessen werden verschiedene Wehrtürme errichtet. Trotz dieser Wehrhaftigkeit ist es nicht zu verhindern, daß Char Ad Din (Barbarossa) im Jahr 1534 und Dragut 1544 sich auf der Insel niederlassen. Ein weiteres Übel für die Ischitaner sind die Winterlager der Türken, die sich regelmäßig auf der Insel niederlassen. Dieser Umstand führt zu einem Sprichwort der Ischitaner welches die Hl.Restituta anbetet und davon erzählt, dass die Bohnen gewachsen, die Wachteln gegessen und die Türken gegangen sind. Dank dem Ausbau des Castello bietet die Burg den Insulanern eine regelmäßige Schutzbehausung vor einfallenden Horden.

Bis 1729 verwaltet das aragonische Geschlecht der d'Avalos Ischia und es wird im Lauf der Zeit den Einwohnern ermöglicht, gegen entsprechende Geldbeträge, Eigentum an der Insel und ihren Stränden zu erwerben. Der Status der Insel als freie Komune ist unabhängig von allen Baronien und untersteht der direkten, königlichen Gewalt. Eine Besonderheit ergab sich im Jahr 1509 als der Feldherr Ferrante d'Avalos die Dichterin Vittoria Colonna ehelichte. Eine weitere Besonderheit ist sicherlich das Datum 1588, in welchem der kalabrische Arzt Giulio Jasolino die erste wissenschaftliche Abhandlung über die Heilquellen der Insel schrieb. Die Ischitanern können keinen Gefallen an der Ausbeutung durch die Aragoner finden und es kommt 1729 zu einem Aufstand, der jedoch niedergeschlagen wurde, Als Folge ging Ischia zurück an die Königsfamilie von Neapel und war bis 1861 mit deren Schicksal verbunden.

1860 schließt sich Neapel dem vereinigten Königreich Italien an und Ischia wurde in die Zukunft dieses neuen Königreichs entlassen. Im Jahr 1883 wurde Ischia von einem besonderem Erdbeben erschüttert und es gab rund 2500 Tote sowie annähernd 1000 Verletzte. Den schwersten Schlag erlitt die Ortschaft Casamicciola, die alleine fast 1800 Menschen zu beklagen hatte.

Seit dieser Zeit hat Ischia eine besondere Wandlung vollzogen, denn auf der Basis der wissenschaftlichen Abhandlung von Giulio Jasolino entwickelte sich ein umfangreicher Bäder- und Kulturtourismus, der bis in die heutige Zeit das Bild der Insel bestimmt. Die momentane Kraft des natürlichen Vulkanisums hat etwas nachgelassen denn in den letzten Jahren wurden keine nennenswerten Beben auf Ischia registriert werden. Ungeachtet dessen liegt Ischia am Ende der riesigen Caldera der Phlegräischen Felder und und es ist der Insel, seinen Bewohner und den Menschen der Region zu wünschen, dass der ruhende Supervulkan der campi flegri für immer schläft.

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